Vergleichen erlaubt?
Diese Woche fanden bekanntlich die beiden bedeutendsten Wettbewerbe im europäischen Vereinsfußball statt. Das Championsleague Finale zwischen dem FC Chelsea und Manchester United bei den Herren und das Finalrückspiel des Uefa Women’s Cup zwischen dem 1.FFC Frankfurt und Umea Ik bei den Damen. Die Frage ob Frauenfußball mit dem der Herren verglichen werden kann wurde ja schon oft gestellt und viel diskutiert. An dieser Diskussion möchte ich mich an dieser Stelle nicht beteiligen. Stattdessen will ich hier einen Vergleich tätigen, der sich mir beim Beobachten der beiden oben genannten Spiele geradezu aufgezwängt hat. Ein Vergleich zwischen zwei Individuen, die sich trotz ihres unterschiedlichen Geschlechts doch bemerkenswert ähnlich sind. Die beiden hier gemeinten Persönlichkeiten sind auf der einen Seite Marta Vieira da Silva, genannt Marta vom schwedischen Team Umea Ik, sowie Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro von Manchester United.
Schon bei den Vorberichterstattungen zu den Finalspielen war deutlich zu erkennen, welche Rolle die Beiden für ihre jeweiligen Vereine und für den Fußball im Allgemeinen spielen. Von beiden behaupten Fußballexperten auf der ganzen Welt, sie seien die momentan Besten ihrer Zunft. Und beiden, sowohl Marta als auch Ronaldo merkt man sofort an, dass sie sich dieser Rolle durchaus bewusst sind. Schon die Art wie sie sich vor Anpfiff mimisch und gestisch äußern zeugt von ihrem grenzenlosen Selbstbewusstsein, das auf den außenstehenden Betrachter nicht selten arrogant wirkt.
Das Erscheinungsbild auf dem Platz ähnelt sich ebenfalls in erstaunlicher Weise. Die Bewegungsabläufe wirken teilweise fast synchron. Die Art wie die Sprints angesetzt werden, Dribblings gegen drei oder vier Gegenspieler erfolgreich absolviert werden oder Pässe und Freistöße zentimetergenau ihr Ziel finden, zeigt die Genialität dieser Sportler. Nicht zu unrecht werden sie deshalb von den Medien so hoch gelobt.
Doch auf der anderen Seite ist da wieder diese oben bereits schon erwähnte Tendenz zur Arroganz. Das Verhalten gegenüber Unparteiischen, das scheinbar gelangweilte Stehenbleiben nach verlorenem Zweikampf und die nicht selten nachlassende Motivation, wenn das Dribbling zum wiederholten Mal am vierten Verteidiger endete. Die Reaktion der gegnerischen Spieler und Fans gegenüber Marta und Ronaldo ist symptomatisch für die Spielweise der beiden. Es spiegelt eine Mischung aus Neid auf die technischen Fähigkeiten und einer offenen Abneigung gegenüber dem Verhalten der beiden wider.
Abschließend ist zu sagen, dass beide im Gleichschritt auf der Klinge zwischen Genialität und Wahnsinn tanzen und sie vermutlich gerade das sie zu dem werden lässt, was sie momentan sind: Die wohl meist diskutierten Figuren im Männer- bzw. Frauenfussball.